Der Leitfaden zur beruflichen Veränderung

Wenn sich die Job-Frustration bereits zum Dauerzustand entwickelt hat, ist klar: es muss sich was ändern! Leichter gesagt als getan. Womöglich weißt du gar nicht, welcher Job zu dir passt oder wie du deinen Traumjob findest. Eine berufliche Neuorientierung wirkt erst mal wie eine riesige Herausforderung. Wie fängt man an? Was suche ich eigentlich? Bin ich überhaupt bereit für eine Veränderung?

Wahrscheinlich verbringst du – neben dem Grübeln – viel Zeit damit dich im Eil-Tempo durch Jobprofile und Seiten zu scrollen, immer in der Hoffnung auf den einen Moment, an dem es Bingo macht – oder wie wir sagen: AHA-Moment. Wenn du gar nicht weißt, WAS du überhaupt suchst, ist das wenig zielführend. Die berufliche Neuorientierung ist nämlich kein Sprint, sondern ein Marathon.

Die sieben Schritte zur Veränderung

Damit du klaren Kopfes und nicht völlig ausgepowert am Ziel ankommst, schauen wir uns die notwendigen Schritte auf dem Weg zur beruflichen Neuorientierung genauer an:

1. Der interne Veränderungsprozess

Der allererste Schritt beginnt mental. Wenn der Job bereits krank macht und sich aufs Privatleben auswirkt, kann sich der Zustand nur verbessern. Dennoch ändern wir häufig nichts: Aus Angst vor dem Unbekannten, Zweifel an den eigenen Fähigkeiten oder ganz einfach weil die Komfortzone nicht verlassen wollen.

Aha Retreats Tipp: Ein Veränderungsprozess ist eine Reise und geschieht nicht über Nacht. Stelle Dir täglich vor, wie es wäre, nun in ein anders Büro zu fahren und in einer neuen Arbeitsumgebung zu arbeiten und lasse nach und nach den Gedanken einer Veränderung zu.

2. Mach die berufliche Veränderung zum Projekt

berufliche Veränderung PlanUm den Wald vor lauter Bäumen wieder zu sehen, gehe die Herausforderung systematisch an. Wie ein Projekt. Du bist ab jetzt Projektmanager für das Projekt „Design Your Life“ mit dem Ziel herauszufinden, was Du eigentlich suchst. Setze dir Ziele und Meilensteine, und zerteile diese Mammutaufgabe in kleine Einzelschritte. So wirst du schnell Erfolge haben und das Gefühl der Ohnmacht weicht dem guten Gefühl, aktiv an einer Verbesserung zu arbeiten.

Aha Retreats Tipp: So arbeitet auch die Methode „Design Thinking“ die wir in unserem Coaching Programm anwenden. Ursprünglich aus der Produktentwicklung kommend, geht es darum, große und komplexe Themen durch das Definieren von Prototypen im Kleinen auszuprobieren, um dann qualifiziertere Entscheidungen treffen zu können. Der erste Schritt auf dem Weg zu den richtigen Prototypen: Selbsterkenntnis.

3. Wer bin ich und wenn ja, wie viele?* Lerne Dich selbst kennen!

Wie bei jedem Projekt ist wichtig: erstmal herauszoomen und die gesamte Thematik aus der Vogelperspektive zu betrachten. Das schafft Klarheit.

  • Wo stehe ich gerade und wie kam ich dahin?
  • Wie ist meine aktuelle Arbeits-Lebens-Situation?
  • Warum bin ich unzufrieden in meinem jetzigen Job/Jobumfeld?
  • Was sind meine Stärken und Interessen?
  • Welche Werte habe ich?
  • Zu viele Ideen & Begabungen und überfordert mit der Fülle an Möglichkeiten?

Für die Selbsterkenntnis gibt es unzählige Tipps, Tests und Übungen aus dem Coaching und der Persönlichkeitsentwicklung. Hier ein paar, die mir ganz besonders viele Erkenntnisse gebracht haben:

  • Das Mood-Journal
    Eine gute Basisübung um Zugang zu deinen Gefühlen zu finden, ist das tägliche Mood-Journal. In anderen Worten ein Tagebuch, in dem du notierst, wie du dich in diversen Situationen gefühlt hast und warum. Das gibt unzählige Rückschlüsse darüber, in welchen Situationen du in deinem Element bist oder eben nicht.
  • Selbsteinschätzung
    Stell dir vor du bist auf einem Blind-Date und müsstest dich vorstellen: Wie würdest du dich beschreiben? Welche Eigenschaften und Charaktermerkmale machen dich aus? Womit beschäftigst du dich gerne? Was macht dir Spaß?
  • Fremdeinschätzung
    Meine Beobachtung ist, durch den intensiven Austausch mit anderen erhält man viele Erkenntnisse, die man alleine nicht wahrgenommen hätte. Jedoch findet so ein gezielter Austausch im normalen Umfeld selten statt. Frag also deine Freunde, Familie, Partner danach dir eine Fremdeinschätzung (am besten schriftlich) zu geben. Was kannst du gut? Wo liegen deine Stärken? Wann bist du am glücklichsten? Frag Fremde, z.B. Deine neue Kollegin, wie sie Dich wahrgenommen hat.

Weitere Tests für alle, die tiefer einsteigen wollen sind z.B. der PAPI-Test, Gallup Strength Finder oder der Scanner-Persönlichkeits-Test.

Aha Retreats Tipp: Selbsterkenntnis kommt nicht von allein und nicht über Nacht. Nimm dir Zeit für dein Journaling, in Stille, vielleicht mit ner schönen Tasse Tee und setz dir einen fixen Zeitrahmen, regelmäßig. Schreib am besten alles handschriftlich – denn nur so übertragen sich die Erkenntnisse tief in unser Gehirn und bestimmte Prozesse werden in Gang gesetzt. Du wirst sehen: sehr bald erkennst du Muster und es stellen sich AHA-Momente ein. Versprochen!

*Zusatztipp: Das Buch „Wer bin ich – und wenn ja, wie viele? Eine philosophische Reise“ von Richard David Precht hilft auch auf dem Weg zur Selbsterkenntnis.

4. Was sind deine Glaubenssätze und was haben sie mit deinem Erfolg zu tun?

„Ich bin nicht gut genug“, „Mein Traumjob ist zu verrückt, das klappt doch nie“, „Ich werde nie so erfolgreich sein wie xy“, „Ich werde mit meinem Traumjob kein Geld verdienen“. Das ist nur ein Auszug einiger (typisch deutscher) Glaubenssätze. Kommt dir das irgendwie bekannt vor? Nachdem du nun schon einiges über dich herausgefunden hast, ist es an der Zeit, die Bremsfaktoren, die Angstmacher und Stolpersteine auf deinem Weg zum Traumjob genauer anzuschauen. Dafür landet man früher oder später bei der eigenen Vergangenheit und den Glaubenssätzen, denen wir unterworfen sind. Glaubenssätze sind Gedanken, die tief in deinem Geist verankert sind und somit für dich als wahr gelten. Wir sammeln sie im Laufe unseres Lebens durch verschiedene Ereignisse und sie prägen, wie wir unser Umfeld bewerten und auf Ereignisse reagieren. Sie sind deshalb so wichtig, weil sie schnell zu selbsterfüllenden Prophezeiungen werden können. Im negativen Fall boykottieren wir uns im Endeffekt selbst.

Aha Retreats Tipp: Male Dir Dein Worst-Case-Szenario aus und mache dir dann Gedanken was du tun kannst, um dem entgegen zu wirken. Du wirst sehen, dieser Fall wird nie eintreten. Aber es ist für dich und dein „Money Mind“ wichtig, vorbereitet zu sein, für die Dinge, die dir Angst machen.

5. Definiere die Rahmenbedingungen – Wie möchtest du arbeiten?

Nicht nur das WAS sondern auch das WIE sind wichtige Fragestellungen auf dem Weg zum Traumjob. Deine Wunscharbeitsbedingungen definieren den Rahmen und helfen die Suche einzugrenzen. Limitiere Dich nicht beim Wunschdenken. Es gibt auch Arbeitsmodelle jenseits des 9-to-5 Modells im grauen Büro. Wie z.B. 50 % Teilzeit mit regelmäßigem Einkommen und 50 % Arbeit am Herzensprojekt, flexible Arbeitszeiten, Homeoffice, Co-Working Büros, Ortsunabhängiges Arbeiten.berufliche Veränderung Glaubenssätze Workshop

Mögliche Fragestellungen:

  • Möchte oder kann ich nur Teilzeit arbeiten, da ich z.B. mein Kind betreuen muss?
  • Möchte ich selbstständig oder angestellt sein?
  • Benötige ich ein Team um mich herum, ein physisches Büro?
  • Möchte ich zeitlich und örtlich selbstbestimmt arbeiten?
  • Wie stehe ich zum Thema Gehalt? Was benötige ich fürs Leben?

Aha Retreats Tipp: Rechne dir aus, wieviel Geld du wirklich zum Leben brauchst. Auf was kannst du verzichten? Gibt’s vielleicht weitere Einnahmemöglichkeiten? Viele haben Angst, den sicheren Hafen eines monatlichen Gehalts zu verlassen und nehmen lieber die aktuelle Unzufriedenheit in Kauf. Mit ein bisschen Kreativität und einer genauen Analyse der Situation lässt sich jedoch meistens eine Lösung finden, wie du sowohl Geld verdienen, als auch deine Passion leben kannst.

6. Arbeits-Lebens-Modell

Nachdem du jetzt all diese Vorarbeit geleistet hast wirst du merken, dass es an der ein oder anderen Stelle um mehr als die Arbeit geht. Oft gelangen wir über das Thema Arbeit zu der Frage „WIE möchte ich leben?“ und zu der Tatsache, dass Job und Privatleben nahtlos miteinander verbunden sind. Oftmals nimmt der Job vieles der eigenen Identität ein. Wir suchen einen Sinn in unserem Tun. Stelle dir die Fragen: Was bedeutet selbstbestimmtes Leben für dich? Wo und wann möchtest du arbeiten? Möchtest du etwas Eigenes erschaffen? Ist es für Dich wichtig, Dich selbst zu verwirklichen? Möchtest Du viel draußen sein? Welche Arbeit gibt Dir einen Sinn?

Aha Retreats Tipp: Hooray! Du bist schon so weit gekommen. Die Suche nach der Berufung kann ermüdend und frustrierend werden. Mache als Ausgleich etwas, was Dir Spaß macht, ohne das Gefühl es tun zu MÜSSEN.

7. Die Umsetzung

berufliche Veränderung Design Thinking WorkshopWir arbeiten in unserem Coaching Programm mit der Methode „Design Thinking“. Der Ansatz kommt ursprünglich aus dem Produktmanagement und wird zum Lösen von Problemen und entwickeln von neuen, innovativen Ideen verwendet. Die wichtigste Kernbotschaft ist: Nicht lange planen, sondern die Lösungsansätze schnell austesten, daraus lernen und fortlaufend optimieren. Man nennt dies die Scheitern-Kultur. Ganz wichtig: Ein Misserfolg ist es nur, wenn man nicht daraus lernt. Möglichkeiten zum Austesten gibt es Unzählige.

Finde Prototypen und teste sie aus:

  • Hast du den Wunsch, dich selbständig zu machen? Führe Gespräche mit Gründern, belege Online Kurse, gehe zu Workshops oder Meet-Ups oder frage sogar ob du einen Tages- oder Wochenablauf in einem Start-Up als stilles Mäuschen miterleben darfst. Frage den Chef, ob Du Deine Wochenstundenzahl runterschrauben kannst, damit du Dich nicht übernimmst mit Deinen Vorhaben.
  • Möchtest du gerne einen Laden aufmachen, dein eigenes Produkt entwickeln oder ein Café eröffnen? Nutze die Wochenenden, die Urlaube oder gehe sogar in Teilzeit und biete deine Ressource an, um anzutesten, ob die Realität wirklich was für dich wäre.
  • Dein Traum ist ortsunabhängig zu arbeiten? Suche Inspiration für ein digitales Business bei Stammtischen, in Facebook-Gruppen oder in Podcasts. Mache ein Sabbatical oder langen Urlaub und teste es live aus. Miete dich in CoWorking Büros oder Coliving Wohnungen im Ausland, um zu erfahren wie es sich im Alltag wirklich anfühlt. Überlege dir, ob du das in deinem bestehenden Job oder selbstständig machen möchtest.
  • Du hast bereits eine Business Idee? Dann gehe mit dem unfertigen Produkt raus an Deine potenzielle Zielgruppe und sehe wie es ankommt. Nehme das Feedback und optimiere Dein Produkt. Wer weiss, vielleicht ist es sogar schon nach kurzer Zeit finanziell lukrativ.

Fülle dabei immer fleißig das Mood-Journal aus, um ein Bewusstsein für Deine Gefühle zu bekommen.

Die Quintessenz ist: Sammle Erkenntnisse in der Realität um abwägen zu können, ob etwas zu dir passt. Baue keine jahrelangen Luftschlösser, sondern starte mit kleinen Schritten noch heute.

Und denke immer dran: Lebensgestaltung ist ein Prozess, der sich idealerweise über unser ganzes Leben erstreckt. Es geht nicht darum, als erster am Ziel anzukommen, sondern darum, wie gut du mit Veränderungen, Lernerfolgen, Erfahrungen umgehst. So wie beim Hochzeitskleid: mit 20 wählt man sicher ein anderes Kleid als mit 30, 40 oder 50.

Aha Retreats Tipp: Suche dir Gleichgesinnte für moralische Unterstützung und Inspiration. Du findest diese bei meet-ups oder online in Facebook-Gruppen zu den Themen, die Dich interessieren. Gemeinsam im Austausch mit anderen kommen wir so viel weiter, entwickeln uns und erhalten frische Perspektiven von außen. Nach unseren Workshops bilden wir Fokus-Gruppen mit 3 bis 4 Teammitgliedern, um auch nach dem gemeinsamen Wochenende Unterstützung für die Umsetzung der Pläne und Ideen zu haben.

Du brauchst noch Unterstützung bei deiner Veränderung? Dann schau dir hier unser Coaching-Programm an!
Oder melde dich gern bei uns.

 

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