Design Thinking ist eine Kreativ- und Innovationsmethode und normalerweise im Produktmanagement zuhause.

Der Ansatz wird zum Lösen von Problemen und entwickeln von neuen, innovativen Ideen verwendet. Die Methode fördert Kreativität und lebt von der Zusammenarbeit innerhalb eines interdisziplinären Teams. Die wichtige Kernbotschaft ist: Nicht lange planen, sondern die Lösungsansätze schnell am potenziellen Publikum austesten, daraus lernen und fortlaufend optimieren. Man nennt dies die Scheitern-Kultur.

Wie der Prozess genau funktioniert haben wir in dem Artikel „Was ist Design Thinking?“ beschrieben.

Zur beruflichen Neuorientierung mit der Design Thinking Methode

Wir adaptieren die Methode aufs eigene Leben. Anstatt Prototypen von Produkten erarbeiten wir Prototypen von Lebensentwürfen.

Der Austausch lebt von den verschiedenen Perspektiven der homogenen Gruppe und der potenzielle Nutzer bist Du selbst.

Auch hier gilt: Nicht jahrelang Luftschlösser bauen sondern Ideen schnell austesten. Ein Misserfolg ist es nur, wenn man nicht daraus lernt. Möglichkeiten zum Austesten gibt es Unzählige.

Die Herausforderung

Die Ausgangslage ist eine generelle Unzufriedenheit der aktuellen Situation. Die Problemstellung ist die Suche nach Erfüllung. Jedoch ist unklar wie diese Erfüllung aussieht, noch wie der Weg dahin ist.

Für diese Problemstellung erarbeiten wir Lösungen – Schritt-für-Schritt auf Basis der Design Thinking Methode.

Der Lebensgestaltungs-Kreislauf

Der Prozess untergliedert sich in die Phasen „VERSTEHEN“, „ENTDECKEN“ und „UMSETZEN“.

Phase: Verstehen

Wir tendieren dazu schnell in Lösungen zu denken, obwohl wir das Problem gar nicht richtig verstehen. Genau wie bei der Entwicklung neuer Produkte ist es essenziell Basisinformationen über Dich als Person und Deine Ausgangssituation zu sammeln. Ohne zu wissen wo Du stehst und wo es drückt, wirst Du nie herausfinden wo Du hinmöchtest. Was sind Deine Werte und Deine Glaubenssätze? Was Deine Stärken und Interessen? Welches Work-Life Modell wünscht Du Dir und was bedeutet eigentlich Arbeit für Dich? Geeignete Tools dafür sind u.a. das Mood-Journal oder die IKIGAI-Übung. Neue Blickwinkel liefern die richtigen Fragestellungen und unterschiedlichen Perspektiven der Gruppe. Durch andere Personen lernt man sich oft besser kennen.

Phase: Entdecken

In der Phase „ENTDECKEN“ geht es darum kreativ zu werden und frische Ideen zu entwickeln. Auch hier ist es wichtig anfangs noch nicht in Lösungen zu denken.

Unsere Glaubenssätze, persönlichen Erfahrungen, gewohntes Umfeld und tägliche Routinen limitieren unsere Sichtweisen. Wir denken oft in schwarz-weiss Muster und betrachten die Dinge immer aus der gleichen Sicht. Das schränkt ein und wir sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht.

Neue Ideen für unser Problem müssen her. Wie? Durch den Austausch und der Zusammenarbeit innerhalb einer homogenen Gruppe erhältst Du frischen Input und neue Blickwinkel. Des Weiteren lernen wir durch Kreativitätsübungen völlig frei und unbefangen zu denken. Wichtig ist, Ideen nicht sofort verwerfen und als unrealistisch ansehen. Womöglich sind Ansätze dabei, auf denen Du aufbauen kannst.

Mittlerweile hast Du viele Erkenntnisse, neue Inspirationen und Perspektiven über Deine Interessen, Deine Werte und Wünsche erworben. Das bietet eine gute Grundlage für die Erarbeitung mehrerer Lösungsszenarien – im Life Design sind das unsere Lebensentwürfe.

Dabei gilt: Lebensentwürfe sind nicht in Stein gemeißelt. Der Entwurf ist ein Plan, den wir fortlaufend reflektieren und an unsere aktuelle Situation anpassen.

Er sollte das gesamte Lebensmodell in Betracht ziehen – denn Arbeit und Leben sind nahtlos miteinander verknüpft.

Phase: Umsetzen

Die wichtigste Botschaft: Dinge schnell ausprobieren – das ist die Phase „UMSETZEN“.

Nicht erst jahrelang Luftschlösser träumen oder „Was wäre wenn“ Gedanken durchspielen. Schnell heißt allerdings nicht überstürzt.

Daher eignet sich der „so tun als ob“ Ansatz.

o   Hast Du den Wunsch Dich selbständig zu machen? Führe Gespräche mit Gründern, gehe zu Workshops oder Meet-Ups oder frage sogar ob Du einen Tages- oder Wochenablauf in einem Start-Up als stilles Mäuschen miterleben darfst. Frage den Chef ob Du Deine Wochenstundenzahl runterschrauben darfst damit Du Dich nicht übernimmst mit Deinen Vorhaben.

o   Möchtest Du gerne eine Hütte besitzen, auf einem Bauernhof arbeiten, Cafe-Eigentümer werden? Niemand schlägt kostenlose Unterstützung aus: Nutze die Wochenenden, die Urlaube oder gehe sogar in Teilzeit und biete Deine Ressource an um „so zu tun als ob“ Du dort arbeitest.

o   Dein Traum ist ortsunabhängig zu arbeiten? Suche Inspiration für ein digitales Business bei Stammtischen oder Facebook-Gruppen.  Mache ein Sabbatical oder langen Urlaub und teste es live aus. Miete Dich in CoWorking Büros oder CoLiving Wohnungen im Ausland um zu erfahren wie es sich anfühlt.

Die Quintessenz ist: Sammle Erkenntnisse in der Realität um abwägen zu können ob es zu Dir passt.

Es funktioniert nicht oder fühlt sich nicht richtig an? Finde die Störquelle und betrachte sie von diversen Seiten. Einzelne Elemente können optimiert werden. Falls sich das ganze Vorhaben nicht richtig anfühlt, ist es auch in Ordnung es zu verwerfen und für immer abzuhaken. Mit den neu gewonnenen Erkenntnissen können die Lebensentwürfe wieder angepasst werden.

Wichtig bei diesem Prozess ist, keine Angst zu haben vor Misserfolg! Als Kind haben wir Dinge ohne Angst und Hemmung ausprobiert. Hat es nicht funktioniert, haben wir daraus gelernt und es beim nächsten Mal anders gemacht. Ein Misserfolg ist es nur, wenn wir nicht daraus lernen.

Besser etwas ausprobiert zu haben als ein Leben lang „Ich hätte gerne, aber…“ zu sagen.

Lebensgestaltung ist ein lebenslanger Kreislauf

Lebensgestaltung ist ein Prozess, der sich idealerweise über unser ganzes Leben erstreckt. Es geht nicht darum, heute den besten und den einen Lebensentwurf zu erarbeiten, ihn morgen umzusetzen und dann glücklich bis ans Lebensende zu sein. Unsere Bedürfnisse, unser Umfeld, unsere Träume ändern sich im Laufe der Jahre fortwährend. Design Thinking gibt uns die Tools für unsere zukünftigen Herausforderungen mit auf den Weg. So sind wir jederzeit in der Lage, die richtigen Schritte abzuleiten um ein zufriedenes Leben zu führen.