Unterforderung im Job – es ist in Ordnung mehr zu wollen

von | 19.12.2021 | Blogs | 0 Kommentare

Während es Menschen gibt, die Routine lieben; darin aufgehen, morgens schon genau zu wissen, was sie am Tag erwartet und die Unvorhergesehenes aus der Bahn wirft; gehörst du wahrscheinlich zu jenen, die Herausforderungen und Challenges lieben. 

  • Willst du lieber Stress statt permanenter Unterforderung? 
  • Erwartest du mehr vom Leben als immer gleiche Aufgaben, die dich nicht fordern? 
  • Wartest du schon am Montag auf das Wochenende, um dann endlich wieder das zu tun, was dir wirklich Freude bereitet?

 

All dies kann ein Gefühl der Unterforderung und vielleicht den Gedanken „Das kann doch nicht alles gewesen sein!“ in dir auslösen. Und das ist es auch nicht – das versprechen wir dir.

 

In unserem heutigen Blogartikel möchten wir dir daher praxiserprobte Tipps mit auf den Weg geben, wie du aus der Unterforderungs-Falle kommst und dein Potenzial wieder leben kannst.

 

Schritt 1: Mache einen Realitätscheck

Wichtig ist im ersten Schritt herauszufinden, ob du in deinem Job unterfordert bist. Mithilfe der folgenden Checkliste kannst du deinen Arbeitsalltag einem Realitätscheck unterziehen. Drucke dir unseren Fragebogen am besten aus oder mache dir Notizen bei zutreffenden Punkten. Sie helfen dir im späteren Verlauf, diese Muster aufzubrechen.

 

Checkliste: Unterforderungs-Symptome erkennen

  • Langweilst du dich schon eine ganze Weile auf der Arbeit?
  • Bist du dort unglücklich und wünschst dir schon Montag, dass endlich Wochenende ist?
  • Empfindest du deine Aufgaben als zu leicht?
  • Hast du das Gefühl, dein Potenzial nicht völlig auszuschöpfen?
  • Möchtest du wieder neue Dinge lernen?
  • Lässt du dir extra viel Zeit, damit du beschäftigt wirkst?
  • Versuchst du täglich, die Zeit bis zum Feierabend irgendwie totzuschlagen?
  • Fragst du Kollegen oder Vorgesetzte regelmäßig, ob du ihnen etwas abnehmen kannst?
  • Fragen dich deine Kollegen im Umkehrschluss, wie du es schaffst immer so schnell fertig zu sein?
  • Willst du unbedingt weitere Projekte oder Aufgaben übernehmen, damit sich diese innere Leere wieder mit dem Gefühl von Aufregung und Euphorie füllt?
  • Vermisst du das Gefühl von Herausforderungen und der Möglichkeit, dich weiterzuentwickeln?
  • Fehlt dir das Gefühl einer sinnvollen Aufgabe, mit der du etwas für die Gesellschaft machst?
  • Bist du abends leer und ausgebrannt, obwohl du kaum etwas gemacht hast?
  • Steht dein Gedankenkarussell niemals still, weil du zu viel Zeit zum Grübeln hast?
  • Hast du innerlich bereits gekündigt?
  • Lebst du nur am Wochenende richtig und begleitet dich das Gefühl, das Leben ziehe einfach an dir vorbei?

 

Bei wie vielen der Unterforderungs-Anzeichen hast du innerlich „Ja, man!“ geschrien? Je öfter dieses Gefühl aufkam, desto sicherer ist: Du bist einfach unterfordert im Job. Im nächsten Schritt gilt es daher zu hinterfragen, woran das genau liegt.

 

Schritt 2: Die Ursachen für deine Unterforderung im Job herausfinden

Viele unserer Kunden berichten darüber, dass die Hauptgründe ihrer Unterforderung und Unzufriedenheit in den hierarchischen und strukturellen Gegebenheiten des Unternehmens liegen. Einige Beispiele gefällig?


  • Du hast schlichtweg zu wenig zu tun: Oft übernehmen Angestellte die Aufgaben ihres Vorgängers. Hat dieser eher langsam gearbeitet, bist du schnell unterfordert, weil du schlichtweg schneller arbeitest.
  • Routine ohne Herausforderung: In vielen Unternehmen sind die Kundenaufträge und Abläufe immer gleich. Das hat den wirtschaftlichen Vorteil, dass alles besser messbar ist und Fehler vermieden werden. Für dich bedeutet es aber auch, dass du nicht die Chance hast Neues zu lernen und dich weiterzuentwickeln.
  • Kein Platz für neue Ideen: Hast du bereits Vorschläge für neue Projekte entwickelt, die mit dem Satz „Das haben wir schon immer so gemacht“ abgeschmettert wurden? Oder wurde dir versprochen, dass sich das irgendwer ansehen wird und dann passierte nichts? Das ist ungemein frustrierend für jemanden wie dich, der vor Ideen nur so strotzt und sieht, welche Dinge falsch laufen.
  • 9 to 5 statt flexibler Arbeitszeiten: In unserer Gesellschaft gelten acht Stunden Arbeitszeit pro Tag als die Regel. Das führt allerdings dazu, dass viele Arbeitnehmer nicht schnell und effizient alles abarbeiten, damit es erledigt ist und sie dann ihren Feierabend genießen können. Stattdessen werden Aufgaben so gelegt und ausgedehnt, dass sie zur täglichen Arbeitszeit passen. Das wird sogar zu einem unterbewussten Mechanismus, wie das Parkinson’sche Gesetz zeigt. Demnach benötigen wir für eine Aufgabe so lange, wie Zeit dafür zur Verfügung steht. Auch du passt dich vielleicht diesem System an, indem du einfach langsamer arbeitest, statt Vollgas zu geben und dein Potenzial auszuleben.

 

Nun ist es an dir zu schauen, welche Ursachen in deinem Unternehmen vorherrschen. Dieser Schritt ist wichtig, um im nächsten zu schauen, wie mögliche Lösungen aussehen.

 

Schritt 3: Sag dem Frust den Kampf an

Im besten Fall kennst du inzwischen die genauen Ursachen deiner Unterforderung im Job. Jetzt geht es daran dir zu überlegen, wie du damit umgehst. 

 

Reflektiere deine Gedanken und Gefühle

Die Erkenntnis, dass du unterfordert bist und woran es liegt, sind unheimlich wichtig, um die eigenen Gefühle und Gedanken zu hinterfragen.

 

Hinweis: Nichts davon muss zutreffen – wir möchten dir lediglich einige Denkanstöße geben. 

 

  • Bist du unglücklich in deinem Job aufgrund der Unterforderung oder bietet dir deine Tätigkeit generell zu wenig Anreize, um deine Stärken und dein Potenzial auszuleben? Vielleicht ist die Unterforderung nur ein Symptom von vielen und es ist Zeit für einen Jobwechsel?
  • Hast du vielleicht das Gefühl zu wenig zu leisten? Wir alle tragen Päckchen aus unserer Vergangenheit tagtäglich mit uns, die uns manchmal in Form von falschen Glaubenssätzen vorgaukeln, dass wir weniger leisten oder wert sind, als das tatsächlich stimmt. Bist du wirklich unterfordert oder hast du vielleicht einen extrem ausgeprägten Leistungsdruck, weil du dich über deine Arbeit definierst und das Gefühl hast, nicht genug zu leisten und entsprechend weniger wert zu sein?
  • Wünschst du dir mehr Aufgaben oder eigentlich mehr Anerkennung für das, was du leistest?
  • Lenkst du dich mit deiner Arbeit von Problemen ab und entfliehst damit der Realität, weil du dort mehr Kontrolle als in anderen Lebensbereichen hast?

 

Kannst du all das ausschließen, ist es dringend Zeit, die Gegebenheit im Außen zu ändern!

 

Sprich mit deinen Vorgesetzten

MitarbeitergesprächUnterforderung im Berufsleben führt meist dazu, dass Betroffene es verheimlichen. Zum einen, um nicht negativ aufzufallen, aber auch um Kollegen kein schlechtes Gewissen zu machen, die beim gleichen Pensum an ihre Grenzen stoßen. Doch so kann sich die Situation nicht ändern.

 

Suche das offene Gespräch mit deinen Vorgesetzten und signalisiere deutlich, dass du dir mehr Aufgaben und Verantwortung wünschst.

Suche das offene Gespräch mit deinen Vorgesetzten und signalisiere deutlich, dass du dir mehr Aufgaben und Verantwortung wünschst. Im besten Fall löst sich dadurch das Problem, indem dir zusätzliche Tätigkeitsbereiche übertragen werden. 

 

Tipp: Habe schon konkrete Vorschläge in der Hinterhand, welche Aufgaben du übernehmen kannst. Überrolle deinen Gesprächspartner damit aber nicht, sondern lasse ihm die Chance dir Dinge vorzuschlagen. Vielleicht schwirrt ihm ja schon länger etwas im Kopf herum, was mit deiner Unterstützung nun umgesetzt werden kann.

 

Wechsel deinen Arbeitgeber

Hilft alles nichts, ist es vielleicht Zeit das Unternehmen zu wechseln. Du kannst dir sicher sein, dass es Firmen gibt, die dich und deine Stärken genau so suchen und zu schätzen wissen!

 

Regt sich beim Lesen dieser Zeilen gerade das ungute Gefühl, dass du doch nicht schon wieder den Job wechseln kannst? Doch, darfst du. Wir sind der festen Überzeugung, dass es weder DEN einen Job, DIE eine Berufung noch DAS eine Ziel gibt. Träume, Ideen, Vorstellungen und Ziele können sich jederzeit ändern. 

 

Es ist wichtig sich von dem gesellschaftlichen Konstrukt „wir entscheiden uns für einen Job und bleiben dort ein Leben lang“ frei zu machen.

Um glücklich zu sein, ist es wichtig, dass du dich von dem gesellschaftlichen Konstrukt „wir entscheiden uns für einen Job und bleiben dort ein Leben lang“ frei machst und auf deinen Wunsch nach Selbstverwirklichung hörst. Wenn du weißt, es liegt an deinem Job und dort keine Besserung in Sicht ist – was hält dich dort noch?

 

Tipp: Solltest du finanzielle Sicherheit benötigen, suche am besten aus ungekündigter Anstellung einen neuen Arbeitgeber. Achte allerdings schon beim Lesen der Tätigkeitsbeschreibung und während des Vorstellungsgespräches darauf, dass dieser Job mehr deinen Stärken entspricht. Da du nichts zu verlieren hast durch den ungekündigten Arbeitsvertrag, kannst du so auch deutlich deine Wünsche äußern. Entweder es passt dann oder eben nicht. Solltest du schon gekündigt haben, kannst du dich übrigens für die Vorstellungsgespräche gemäß §629 BGB von deinem Arbeitgeber freistellen lassen. Du musst dafür also keinen regulären Urlaub nehmen.

 

Unterforderung im Job kann krank machen

Während deine Kollegen von Aufgabe zu Aufgabe hetzen, bist du schon nach dem Frühstück mit deinen To-dos fertig und überlegst, wie du die restlichen Stunden überstehst? Teilweise legst du dir Ordner hin oder tust so, als seist du am PC beschäftigt, damit niemand sieht, dass es eigentlich nichts mehr zu tun gibt?

 

Fachausdruck: Bore-out 

Während das für einige ein Traum ist, ist das für Menschen wie dich ein wahr gewordener Albtraum – der krank machen kann. Es gibt hierfür einen Fachausdruck: Bore-out. 

 

Die Symptome sind einem Burn-out sehr ähnlich:

  • Niedergeschlagenheit bis hin zu Depression
  • Antriebslosigkeit
  • Schlaflosigkeit
  • körperliche Symptome wie Kopfschmerzen, Tinnitus, Magenbeschwerden, Schwindel und einem anfälligen Immunsystem

 

Zu all dem kommt das Gefühl der Überforderung durch den ständigen Druck, beschäftigt zu wirken, damit auch ja niemand merkt, dass du schon fertig bist.

 

Das kann so weit gehen, dass du irgendwann nach Feierabend oder am Wochenende nicht mehr deinen Hobbys nachgehen kannst oder keine Lust auf Treffen mit deinen Lieblingsmenschen hast. 

 

Leider wird die Situation von allein auch nicht wieder besser, denn diese Spirale hat einen fortwährenden Abwärtstrend. Daher ist es wichtig, dass du bewusst „Stopp – bis hier und nicht weiter“ sagst und deine berufliche Situation veränderst. 

 

Fazit

In unserer Gesellschaft geht der Trend gerade dahin, ständig gestresst und überfordert zu sein. Wenn du dich hingegen gerade nach dem Gefühl des gefördert und gefordert werden sehnst, fragst du dich vielleicht „Was ist falsch mit mir?“. Doch das ist es nicht. Du bist perfekt, wie du bist – allerdings ist dein Job, Tätigkeitsfeld oder deren Ausgestaltung vielleicht gerade nicht das Richtige für dich. 

Aha Retreats Online Coaching Programm

Wichtig ist, das nicht einfach hinzunehmen, sondern die Situation aktiv anzugehen! Falls du dabei Hilfe benötigst, schau dir unbedingt unser Webinar „Design your Life & Job“ an. Dort geben wir dir weitere Impulse dazu, wie du eine berufliche Veränderung angehst und deinen Traumjob findest. 

 

Vergiss nicht: Du hast nur dieses eine Leben und daher das Recht darauf, einen erfüllenden Job zu haben und glücklich zu sein.

 

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