Helene (36) aus Österreich lebte 15 Jahre lang als Angestellte in Wien. Heute verbringt sie die meiste Zeit in der Natur, ist selbständig (www.helenemoves.com) und arbeitet ortsunabhängig. Wie und warum sie ihr Leben verändert hat, erzählt sie euch im nachfolgenden Artikel und Interview-Video.

Wind der Veränderung

Am heutigen Frühlingstag habe ich mich gemütlich auf dem Sofa eingekuschelt. Neben mir steht eine Kanne mit heiß dampfendem Gewürztee. Zufrieden lausche ich dem Surren des Windes, der ums Haus fegt. Er treibt die letzten Wintergrüße mit sich fort und schafft Raum für Neues. Über den „Wind of Change“ sang in den 90er Jahren bereits die Band The Scorpions. Auch ich verbinde die Geräusche des Windes immer mit Veränderung.

Umgeben vom scharfen Geruch des Ingwers und der wärmenden Süße von Zimt erinnere ich mich zurück an einen ähnlichen Frühlingstag vor rund sieben Jahren.

Der innere Konflikt

Wie paralysiert lag ich damals auf meinem Bett. Zum ersten Mal wurde mir ein großer, innerer Konflikt bewusst, der wohl schon einige Jahre in mir brodelte.

Das Leben, welches ich damals führte, hört sich eigentlich toll an. Mit Ende Zwanzig wohnte ich in einer Riesenwohnung mitten in Wien. Ich hatte einen Vollzeit-Bürojob, der sehr gut bezahlt war, ein fantastisches Umfeld, meine Hobbies und wunderbare Menschen, die mich umgaben. Ich hatte viel erreicht und war trotzdem – oder genau deswegen – nicht erfüllt.

Die Person, die da auf dem Bett lag, war in vielerlei Hinsicht ein ganz anderer Mensch, als jene Person, deren Leben ich führte. Diese Diskrepanz machte mich leer. „Wie ist es möglich, dass ich in einem Leben gelandet bin, welches eigentlich überhaupt nicht zu mir passt?“ Alles in meinem Kopf drehte sich um diesen Gedanken.

ICH muss MICH verändern

Ich merkte, dass ich in einem Hamsterrad gelandet war, welches sich im Kreis drehte. Unbewusst hatte ich mich selbst dort hineinbugsiert, indem ich einem Lebenskonzept nacheiferte, das man allgemein für „gut“ befand. Ob es allerdings ein guter Lebensweg FÜR MICH war, diese Frage hatte ich mir bis dato nie gestellt.

Es fühlte sich einfach nicht richtig an, ein Leben zu leben, in dem ich nicht ICH sein konnte. Es machte mich krank, unzufrieden und gestresst. Zu diesem Zeitpunkt war ich ständig verkühlt und konnte nicht mehr richtig abschalten. Ich hatte Schlafstörungen und andere Stresssymptome.

Ich beschloss, mein Leben zu verändern und mich auf jene Dinge zu konzentrieren, die mir Freude bereiteten und gut taten. Ab diesem Zeitpunkt begann ich, bewusste Entscheidungen zu treffen und Aktionen in Gang zu setzen. Ich hörte mehr auf mich und weniger auf die Meinung anderer. Selbst meine eigenen Gedankenmuster hinterfragte ich.

Was ich verändert habe

Im Laufe der letzten Jahre habe ich viele kleine und große Veränderungen in Gang gesetzt, um mich an die Person heranzutasten, die ich wirklich bin und sein möchte. Hier ein paar Beispiele:

Ich habe mich bewusst entschieden, Wien zu verlassen, da ich nicht in einer Großstadt leben wollte. Vor drei Jahren nahm ich mir deshalb eine Auszeit, um in Spanien zu kitesurfen. So bekam ich den notwendigen Abstand von meinem bisherigen Leben, konnte an der frischen Luft neue Ideen sammeln und mich mit interessanten Menschen austauschen. Möglich war mir dies, da ich mir die Jahre zuvor einen finanziellen Polster angespart hatte. Deshalb litt ich unter keinem finanziellen Druck. Heute verbringe ich viel Zeit an kleineren Orten und in der Natur. Man findet mich meist draußen im Freien und in Bewegung.

Die holistische Lebensweise begleitet mich schon seit ich denken kann. Vor sechs Jahren machte ich meine erste Yogaausbildung und unterrichtete danach Yoga in Wien und weltweit. Dabei habe ich festgestellt, dass ich selbst nicht gerne im Rampenlicht stehe. Deshalb unterstütze ich mit meinem mittlerweile gewachsenen Skill-Set aus Yoga, Massage und Ernährung nach Traditioneller Chinesischer Medizin (TCM) unterschiedliche Projekte wie Coachings, Retreats und Trainingsprogramme.

Nach einem Jahr Auszeit vermisste ich den Einsatz meines „Business-Hirns“. Aufgrund einer Verkettung von zufälligen und gewollten Umständen bin ich heute im Bereich Text/Konzept, Marketing und Business Development Consulting selbständig. Ich helfe Unternehmen z.B. beim Gestalten und Betexten ihrer Website und beschäftige mich mit Suchmaschinenoptimierung (SEO), Corporate Designs und anderen Themen im Bereich Marketing. Mit meinen Kooperationspartnern bauen wir auf Wunsch auch gesamte Web-Auftritte und betreuen diese. Aktuell schreibe ich an zwei Büchern für kleine und mittelständische Unternehmer. Sie werden schon bald Selbständige dabei unterstützen, ihre Website- und Online-Marketing-Aktivitäten zu verbessern, um so mehr Kunden zu erreichen.

Ich liebe es, Menschen zu connecten und das, was mich erfüllt, mit anderen zu teilen. Deshalb haben wir vor vier Jahren das Community-Projekt Offline Adventures (www.offlineadventures.net) gegründet. Mit viel Liebe und Leidenschaft organisieren wir zwei bis drei Mal pro Jahr eine Hütten-Auszeit in den Bergen, um ein aktives Wochenende mit Outdoor-begeisterten Freunden, Bekannten und auch neuen Leuten zu verbringen. Dabei schaffen wir uns bewusste Offline-Räume abseits von digitalen Geräten wie Handy, Laptop & Co. Das Beisammensein mit anderen Menschen und die Bewegung in der Natur stehen stattdessen im Vordergrund.
Eine weitere Leidenschaft von mir ist das Kochen. Ich liebe es, neue vegetarisch-vegane Rezepte auszuprobieren und mit den Ideen der TCM zu kombinieren. Seit kurzer Zeit teile ich Lieblingsrezepte über meinen Blog www.helenemoves.com/blog.

Was sich rund um mich verändert hat

(Lebens-)Zeit und Nachhaltigkeit sind mir wichtiger als Geld und materielle Güter. Deshalb habe ich meinen gut bezahlten Job gekündigt und mich von vielen materiellen Dingen getrennt. Mit meinen beiden Selbständigkeiten verdiene ich heute einen Bruchteil meines früheren Gehalts. Gewonnen habe ich mehr Lebensfreude, Flexibilität und Authentizität. Ich schätze die Dinge, die ich habe, heute viel mehr als früher. Das macht mich insgesamt zufriedener.

„Wähle einen Beruf, den du liebst, und du brauchst keinen Tag in deinem Leben mehr zu arbeiten“, meinte einst Konfuzius. Genau das trifft jetzt auf mich zu. Ich verbringe einen Großteil der Zeit mit Dingen, Menschen und Tätigkeiten, die ich liebe. Genau deshalb fühle ich mich viel ausgeglichener. Ich fühle selten Widerwille oder Stress in Bezug auf meine Arbeit und mein Leben. Gleichzeitig habe ich mehr Urvertrauen und auch Vertrauen in mich selbst gewonnen. Ich lebe heute intuitiver und zweifle weniger als früher.
Gleichzeitig bin ich sehr dankbar, dass ich ein Leben führen kann, welches mich zufriedener, ausgeglichener und authentischer macht. Nachteile wie weniger Geld und die größere berufliche Unsicherheit aufgrund meiner Selbständigkeit nehme ich dafür gerne in Kauf.

Alles im Leben ist Veränderung

Das Leben steht niemals still. Meine Tasse Tee habe ich mittlerweile ausgetrunken. Manchmal treten Veränderungen in unser Leben, die wir nicht kontrollieren können. Ich weiß jedoch, dass vieles in meiner eigenen Hand liegt. Ich kann frei wählen, was und wem ich Priorität in meinem Leben einräume. Einzig meine Ängste sind es, die mich aufhalten.
Auch wenn sich das Leben vielleicht nicht immer komplett umkrempeln lässt, so hoffe ich, dass dich meine Geschichte dazu inspiriert, Veränderungen in Gang zu setzen, die dich zu mehr Ausgeglichenheit, Freude und Zufriedenheit führen.

Zur Checkliste

Helene hat es vorgemacht. Sie machte sich die Mühe sich erst mal gut kennenzulernen und ihre Bedürfnisse zu verstehen. Jetzt lebt sie ein Leben nach ihren Vorstellungen.

Ein gutes Bewusstsein über sich selbst zu haben, ist der Ausgangspunkt für jegliche Handlungen und der Schlüssel zu einem erfüllten Leben.

Wir haben eine Checkliste erstellt, welche Erkenntnisse über die Bereiche „Wer bin ich?“, „Wo stehe ich?“, „Wo will ich hin?“ gibt.

Wenn das Bewusstsein in diesen Bereichen geschärft ist, kannst Du gezielt weiter vorgehen und Helenes Beispiel folgen.

Hier geht’s zur Checkliste.

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