In dem Artikel widmen wir uns dem Thema Gewohnheiten und Routinen und warum sie wichtig für uns sind. Du erhältst Tipps, wie du schlechte Gewohnheiten ablegen und dir neue Gewohnheiten aneignen kannst, um etwas Neues in dein Leben zu lassen.

«Die meisten leben in den Ruinen ihrer Gewohnheiten» – Jean Cocteau

Aus der Routine ausbrechen und den Neustart wagen

Die Macht der Gewohnheit kennt jeder von uns. Der Alltagstrott hält uns fest im Griff und wir neigen dazu, uns nicht immer wieder aufs Neue zu entscheiden, sondern bereits getroffene Entscheidungen zu wiederholen. Dies sogar dann, wenn sich die Rahmenbedingungen und Umstände geändert haben.[1] Grundsätzlich ist dies nichts Negatives. Gewohnheiten haben durchaus ihre Berechtigung und sind im Alltag oft sogar nützlich und nötig. Denken ist anstrengend und müssten wir uns jeden Morgen Gedanken darüber machen, ob und was wir nun frühstücken und welchen Weg wir zur Arbeit nehmen möchten, wäre unser Gehirn tagtäglich heillos überfordert.

Routinen helfen dem Gehirn dabei Energie zu sparen und sind zudem Risiko minimierend. Rund 80 % von unseren Taten und Handlungen sind automatisiert. Routinen und Gewohnheiten sind also überlebenswichtige Mechanismen.[2]

Aber nebst den gesunden Routine-Entscheidungen gibt es eben auch die schlechten Angewohnheiten. Möchten wir in unserem Leben etwas entscheidend ändern, sei es im privaten oder beruflichen Bereich, kommen wir oft nicht darum herum, unsere alten Gewohnheiten abzulegen und uns Neue anzugewöhnen. Dies ist jedoch leichter gesagt als getan. Sicherlich hat schon jeder mal vergeblich versucht seine Gewohnheiten zu ändern. Typisches Beispiel hierfür sind die altbekannten Neujahrsvorsätze, welche Mitte Januar bereits der Vergangenheit angehören.

Wie schaffen wir es also unsere Gewohnheiten abzulegen, unsere Ziele zu erreichen und damit 2019 zu unserem Jahr zu machen?

Die Schwierigkeit Gewohnheiten abzulegen

Eine Studie des University College in London konnte zeigen, dass ein Mensch durchschnittlich 66 Tage benötigt um seine Gewohnheiten zu ändern[3]. Allerdings variierte der individuelle Zeitraum der Probanden stark zwischen 18 Tagen und 254 (!) Tagen. Dieses Resultat zeigt auf, dass das Ablegen von Gewohnheiten keinesfalls eine leichte Übung ist, uns allen aber unterschiedlich einfach oder schwer fällt. Gerhard Roth, ein deutscher Hirnforscher ist sogar der Meinung, dass es kaum etwas Schwierigeres für das menschliche Gehirn gibt, als das Ablegen von Gewohnheiten.[4]

Bevor du dich überhaupt von deinen «schlechten» Gewohnheiten befreien kannst, muss du dir überlegen, welche genau dich daran hindern deine Ziele zu erreichen. Möchtest du dich beispielsweise beruflich weiterentwickeln, bewirbst dich aber nur auf Stellen, welche perfekt deinem Profil entsprechen und eigentlich gar keine wirkliche Weiterentwicklung sind?

Gewohnheiten bestimmen nicht nur was du frühstückst oder welchen Weg du zur Arbeit wählst, sie bestimmen auch, wie du dich in Meetings verhältst, auf welche Jobs du dich bewirbst und wie du auf Vorgesetzte und im Vorstellungsgespräch wirkst.

Höre auf dein Bauchgefühl

Werde dir bewusst, welche Ziele du verfolgen möchtest. Hör auf dein Bauchgefühl. Wie sieht dein Herzenswunsch aus? Was willst du unbedingt erreichen?

Das hört sich alles einfacher an als getan. In einem zweiten Schritt darfst du über deine Stärken und Talente nachdenken. Erkenne deine Individualität und nutze diese für deine Zwecke. Schaffe dir ein klares Zielbild und überlege dir, wie du es erreichst. Du wirst schnell merken, dass du dir neue Gewohnheiten zulegen und alte ablegen musst um deine Ziele zu erreichen.

Die folgenden Tipps sollen dir dabei helfen aus Routinen auszubrechen.

Wie breche ich aus Routinen aus?

Ziele einfacher erreichen mit Hilfe von Meilensteinen

Gerade weil es so schwer ist aus der Routine auszubrechen, ist es wichtig, sich nicht zu viel auf einmal vorzunehmen. Es hilft das grosse Endziel in kleine Zwischenziele, sogenannte Meilensteine, zu unterteilen. Die Motivationsforschung hat gezeigt, dass, je näher man seinem Ziel ist, desto grösser ist die Motivation dieses zu erreichen. Man spricht hier vom sogenannten Goal-Gradient-Effect[5].Ein Beispiel hierfür das wir alle kennen, sind Stempelkarten. Untersuchungen in einem Cafe haben gezeigt, dass die Kunden öfter und in kürzerer Zeit einen Kaffee kaufen, je näher sie dem Ziel, in diesem Fall einen Gratis-Kaffee nach 10 Stempeln, kommen[6]. Zwischenziele helfen also unsere Motivation nicht zu verlieren und so das grosse Endziel schneller und überhaupt zu erreichen.

Rasch beginnen hilft dabei, das Ziel zu erreichen

72 Stunden. So viel Zeit bleibt uns, um mit einem neuen Vorhaben zu beginnen, ansonsten sinkt die Chance, dass wir das neu gesteckte Ziel ernsthaft verfolgen auf mickrige 1 Prozent. Der Grund dafür ist eigentlich ziemlich naheliegend. Wer sich ein Ziel setzt und sofort beginnt darauf hinzuarbeiten überlistet einerseits den bösen inneren Schweinehund und andererseits zeugt dies von Entschlossenheit und Zielstrebigkeit. Der erste Schritt ist bekanntlich der Wichtigste. [7]

Gewohnheiten ablegen fällt uns in verändertem Kontext einfacher

Alle Gewohnheiten sind Reaktionen auf einen bestimmten Auslösereiz. Das kann beispielsweise der Blick auf die Zigarettenschachtel sein oder der unfreundliche Blick des Chefs, worauf zu Schokolade gegriffen wird. Wendy Wood, eine Psychologin von der University of Southern California konnte in vielen Experimenten aufzeigen, dass Menschen Situationen starr mit Handlungen verknüpfen. Dies macht deutlich, dass, wenn wir unser Verhalten ändern möchten, wir den Kontext ändern müssen. Wood konnte zeigen, dass neue Vorhaben viel leichter in die Tat umgesetzt wurden, wenn beispielsweise im Urlaub, also in einem anderen Kontext, damit begonnen wurden.[8]

Neue Gewohnheiten bilden hilft beim Erreichen der Ziele

Es ist deutlich einfacher neue Gewohnheiten zu etablieren, als alte abzulegen. Wie oben beschrieben hilft eine Veränderung des Kontexts dabei, schlechte Gewohnheiten abzulegen. Genauso hilft ein veränderter Kontext dabei, sich neue anzugewöhnen. Durchforste die Jobbörsen das nächste Mal nicht von zu Hause aus, sondern beispielsweise aus einem schönen Café. Belohnungen helfen zusätzlich, sich an neue Gewohnheiten zu halten.[9] Hast du dich auf 5 neue und auch spannende Jobs beworben oder in Meetings 10 Mal etwas gesagt? Dann hast du dir eine Massage, ein feines Essen oder ein neues Business Outfit verdient.

Neue Wege gehen

Aus der Routine auszubrechen hört sich zwar einfach an, ist aber ein ganzes Stück Arbeit. Damit du 2019 deine Ziele besser und leichter erreichst, solltest du dir Meilensteine setzen und so dein Ziel in kleine Etappen unterteilen. Beginne innerhalb von 72 Std mit deinem neuen Vorhaben, so kannst du sicherstellen, dass die Chancen dein Ziel zu erreichen am höchsten sind. Wenn dich alte Gewohnheiten daran hindern dein Leben zu ändern, dann ist es einfach, dir Neue anzueignen, als Alte abzulegen. Kommst du nicht darum herum die alten abzulegen um deine Wünsche zu verfolgen, dann ändere den Kontext in welchem die Gewohnheiten auftreten, um diese dir leichter abzugewöhnen. Bevor du dein Leben aber komplett auf den Kopf stellst, möchte ich dir noch das Zitat von William Fauker mit auf den Weg geben: «Wer keine üblen Gewohnheiten hat, hat wahrscheinlich auch keine Persönlichkeit.»

Quellenangabe:

[1] https://wpgs.de/fachtexte/motivation/die-macht-der-gewohnheit/

[2] https://www.sanitas.com/de/magazin/zusammenleben-heute/das-gehirn-liebt-gewohnheiten.html

[3] https://centrespringmd.com/docs/How%20Habits%20are%20Formed.pdf

[4] https://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/psychologie/tid-28974/kultur-und-leben-medien-so-besiegen-sie-schlechte-gewohnheiten-das-schwierigste-fuers-gehirn-gewohnheiten-ablegen_aid_897435.html

[5] https://www.tagblatt.ch/leben/wer-braucht-schon-ziele-ld.1045689

[6] https://medium.com/its-all-in-your-mind/the-psychology-behind-loyalty-cards-5e330e59d568

[7] https://karrierebibel.de/72-stunden-regel/

[8] https://www.zeit.de/zeit-wissen/2013/02/Psychologie-Gewohnheiten/seite-3

[9] https://www.zeit.de/zeit-wissen/2013/02/Psychologie-Gewohnheiten/seite-4

Zum Checkliste „Selbstbewusstsein“:

Ein gutes Bewusstsein über sich selbst zu haben, ist der Ausgangspunkt für jegliche Handlungen und der Schlüssel zu einem erfüllten Leben.

Wir haben eine Checkliste erstellt, welche Erkenntnisse über die Bereiche „Wer bin ich?“, „Wo stehe ich?“, „Wo will ich hin?“ gibt.

Wenn das Bewusstsein in diesen Bereichen geschärft ist, kannst du gezielt weiter vorgehen.

Hier geht’s zur Checkliste.

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