Vorher: Assistenz der Geschäftsleitung Medienkonzern / Jetzt: Gründerin, Unternehmerin einer Hundetagesstätte //

Kyra ist eine Aha Retreats-Teilnehmerin und schreibt in ihrem Gastartikel über ihre Berufung und den langen Weg dorthin, der sie über viele andere Stationen geführt hat –  bis sie schließlich doch ihrem Herzen gefolgt ist und Unternehmerin wurde.

Selbst- statt fremdbestimmt leben

… und eines morgens bin ich aufgewacht und wusste: ich will es versuchen. Selbständig sein. Endlich mein eigener Chef, selbst- statt fremdbestimmt. Aufregend und beängstigend zugleich, denn die neu gewonnene Freiheit tauscht man ein gegen die Absicherung in einem Angestelltenverhältnis, und das bei erheblich mehr Wochenstunden. Dennoch: Für jemanden wie mich – mit Autoritätsproblem und hoher Eigenmotivation –  verheißungsvoll.

Berufung von klein auf … eigentlich

Zumal es, seit ich denken kann, eine große Leidenschaft in meinem Leben gibt, die man durchaus zum Beruf machen kann: Tiere. Insbesondere Hunde. Schon als kleines Kind wollte ich Tierärztin werden. Mit 12 hörte ich aus Empathie auf, Fleisch zu essen. Ich spüre eine tiefe Verbindung zu Tieren, empfinde Demut und Faszination. Tierleid geht mir unfassbar nah, das war schon immer so, und auch Tierschutz ist mir unheimlich wichtig.

Als Tochter von Eltern, die mir die berufliche Selbständigkeit vorgelebt haben, ist mir das Prinzip alles andere als fremd. Vielleicht habe ich deshalb schon früh gespürt, dass er auch für mich in Frage kommen könnte, dieser Weg. Dass es einen schmerzhaften Verlust brauchen würde, um den nötigen Mut aufzubringen, habe ich nicht geahnt.

Erst einmal auf Nummer sicher

Denn erst einmal habe ich studiert. Jura, wie der Stiefvater. Warum? Wahrscheinlich, weil ich wusste, ich bekomme den Studienplatz für Tiermedizin trotz gutem Abitur nicht, jedenfalls nicht in München. Wegziehen wollte ich nicht. Dann doch lieber auf Nummer sicher.

Nach zwei Semestern war Schluss – Jura, was für eine Schnapsidee. Vielleicht doch lieber etwas mit Medien? Kommunikationswissenschaft, genau, das war’s. Wie sich herausstellte, in Zeiten von Magister eine ganz schön theorielastige und dadurch wenig spannende Angelegenheit. Aber ein zweites Studium zu schmeißen, wollte ich meinen Eltern nicht antun. Außerdem: was hätte ich denn stattdessen studieren sollen? Etwa Tiermedizin? Ein solch langes, schweres Studium, das noch dazu aus meiner Beziehung eine Fernbeziehung gemacht hätte, weil ein Studienplatz in München aussichtslos war?

Der sichere Hafen

Hätte ich mal. Doch stattdessen hat das Sicherheitsbedürfnis überwogen. Nach einem guten Abschluss bewarb ich mich also in einer Mediaagentur für ein Praktikum und wechselte anschließend in ein Volontariat in einer PR-Agentur. Es folgten drei weitere Agenturen, jeweils als Trainee, Projektmanager und Consultant – unterbrochen von Sinnsuche auf langen Reisen und Horizonterweiterung durch Tätigkeiten in völlig anderen Branchen.

Immer wieder landete ich im sicheren Hafen dessen, was ich studiert hatte. Und immer wieder überkam mich nach einiger Zeit eine Unzufriedenheit, die es mir unmöglich machte zu bleiben. Mein Lebenslauf enthält entsprechend viele Stationen. Während Personaler darüber stolperten, wusste ich ganz genau: ich bin noch nicht da, wo ich hin will. Ein Job, der mir sinnvoll erscheint und Spaß macht – das ist das Ziel.

Herantasten an die Berufung

Stets aufs Neue habe ich mich mit Tätigkeiten befasst, die meiner Verbundenheit zu Tieren entsprachen. Etwa einer nebenberuflichen dualen Ausbildung zur Tierheilpraktikerin und Hundetrainerin, die ich abbrach, weil sie mir unprofessionell erschien. Ich habe mich sogar für ein Tiermedizinstudium beworben, die Bewerbung dann aber zurückgezogen, weil mir die Vorstellung, mit Ende 20 noch einmal sieben oder acht Jahre zu studieren, zu große Angst gemacht hat.

Und plötzlich machte es klick – oder doch nicht?

2015 rückte durch eine Eröffnung in der Nachbarschaft die Idee einer Hundetagesstätte in den Fokus – bis zu diesem Zeitpunkt waren mir nur Hundepensionen geläufig, doch die Idee eines Kindergartens für Hunde gefiel mir richtig gut. So gut, dass sie mich nicht mehr losgelassen hat. Ich habe mir Namen und Konzepte ausgedacht, mich schlussendlich jedoch einfach nicht getraut, mich selbständig zu machen.

Also schob ich die Idee erst einmal beiseite und überlegte stattdessen, welche Aspekte meiner bisherigen Jobs ich gerne mochte und welche nicht und fand heraus: ich muss näher an den Menschen. Ich mag es, anderen eine gute Zeit zu bereiten, mich zu kümmern, zu umsorgen. Ich blühe auf, wenn ich planen und organisieren darf und Dinge reibungslos laufen. Also riss ich nach einem Job-Jahrzehnt das Ruder herum und bewarb mich als Executive Assistant bei einem US-amerikanischen Medienkonzern – und wurde genommen. Ob ich dort glücklich war? Zunächst sehr. Und stolz auf mich, Veränderung gewagt zu haben. Mein Mut ist durch diesen Schritt gewachsen.

Die Wendung

Dann starb mein Vater und alles hat sich verändert. Er ging und zurück blieb die Frage: wozu das alles? Mit der Realisierung, auf gar keinen Fall auf mein Leben zurückblicken zu wollen und zu bereuen, Dinge nicht versucht zu haben, habe ich begonnen, dem Universum zu vertrauen. Und plötzlich war sie da, die Zuversicht. Zum ersten Mal in meinem Leben kündigte ich einen Job ohne Aussicht auf eine neue Anstellung. Ich spürte, dass das Richtige kommen wird, wenn ich mich freimache und nahm mir vor, mich erst gegen Ende meiner dreimonatigen Kündigungsfrist zu bewerben.

Mein Weg zu meinem Herzenswunsch

Wochen vergingen und meine Motivation ließ auf sich warten. Total ungewöhnlich für jemanden, der so pflichtbewusst ist wie ich. Genährt durch meinen neu gefundenen Glauben, dass alles gut werden wird, keimte in mir währenddessen ein zartes Pflänzchen, dessen Samen längst gesät war. Tiere. Hunde. Kümmern. Umsorgen. Das Pflänzchen wurde zur Pflanze, mit zarten, aber dezidierten Wurzeln.

Dann, eines Morgens im Sommer, wachte ich auf und spürte mit jeder Faser meines Körpers: ich will es versuchen. Mit der Selbständigkeit. Und zwar als Betreiberin einer Hundetagesstätte.

Mit diesem Vorsatz nahm ich im August 2018 an einem Aha Retreat teil. Während des Workshops manifestierte sich der Wunsch, endlich meinem Herzen zu folgen. Der Zuspruch der Gruppe und die Perspektiven von außen bestärkten mich in meinen Glauben an mich selbst und mein Vorhaben. Genährt von positivem Spirit und inspirierenden Erkenntnissen begann ich, ihn zu beschreiten: meinen Weg.

Auch heute noch, einige Monate nach diesem Morgen, lächele ich bei dem Gedanken an die Gewissheit, die ich in diesem Moment gespürt habe. Die Erleichterung, die sich in mir ausgebreitet hat, fühlte sich an, als würden mir Flügel wachsen. Betreiberin einer Hundetagesstätte, mein eigener Chef –  ich wusste, das ist es, das bin ich. Ich wusste, dass ich bereit bin. Und so kam es, dass das vergangene halbe Jahr der Erfüllung meines wahrscheinlich ältesten und größten Herzenswunsches gewidmet war: mich um Tiere zu kümmern. Am 04. März 2019 eröffnet die DOGizil Hundetagesbetreuung. Es ist der 1. Todestag meines Vaters.

Von Kyra Haferkamp


Ich bin so froh dass Kyra ihre Berufung wirklich auslebt & damit auch noch etwas sinnvolles erschafft. Kyra liebt nicht nur Tiere & Hunde aus vollem Herzen. Sie ist auch ein lebendiges Tier-Wiki. Möchtest Du etwas über Hunde-Erziehung oder Gewohnheiten über Hunde wissen – frag sie 🙂 Dein Hund ist auf jeden Fall in den besten Händen bei ihr und ihrer neuen Hundetagesstätte aufgehoben. Bei Interesse wende Dich an dogizil-huta.de oder direkt an Kyra Haferkamp.

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