Burnout, Boreout und Panikattacken. In meinem Berufsleben hatte ich mit meinen damals 28 Jahren schon so einiges mitgemacht. Trotzdem war ich gefangen in meinem Alltag und konnte mir nicht vorstellen, dass sich in meinem Leben das Blatt noch einmal wenden würde. „Das ist nun eben dein Schicksal“, resignierte ich.

Bis eine Reise im Frühjahr 2016 alles veränderte. Zusammen mit meiner Schwester reiste ich nach Kolumbien, meine erste Reise als Backpacker. Weit weg von dem Alltag in der Heimat und vor allem – weit weg von Verpflichtungen und Strukturen. Als Backpacker musste ich lernen, dass jeder Tag Herausforderungen mit sich brachte, aber ich auch jede davon meistern konnte. Von Tag zu Tag blühte ich mehr auf, mein Selbstvertrauen wuchs und etwas das lang vergessen schien, meine Lebensfreude, war auf einmal wieder da. Es war das erste Mal seit Jahren, dass ich mich wieder selbst spürte und der Mensch in mir zum Vorschein kam, der so lange verborgen war. Diese Reise veränderte etwas- sie veränderte mich. Danach war nichts mehr, wie es einmal war. Schon als ich im Flugzeug zurück nach Deutschland saß, formte sich bei mir ein Gedanke: Ich wollte länger auf Reisen gehen, um mich selbst wieder zu finden. Meine Ängste und meine Zweifel, alles war immer noch da, aber ich wurde nach meiner Rückkehr monatelang getrieben von diesem Gedanken. Manchmal fühlte es sich an wie in Trance, als hätte ich meinen Kopf, der mich jahrelang an Veränderungen hinderte, in Südamerika zurückgelassen. Ich folgte nur noch meinem Herzen.

Monatelang bereitete ich alles für meine große Reise vor, kündigte meinen Job und meine Wohnung und sicherte mich so gut es ging ab. Manchmal wachte ich nachts schweißgebadet auf aus Angst vor meiner eigenen Entscheidung. Was, wenn etwas schief ging? Aber diese Gedanken waren meist nur von kurzer Dauer. Ich wusste, dass es für mich keinen anderen Weg mehr gab. Es war das, was ich wollte. Ende Dezember 2016 war es dann soweit: Ich stieg in das Flugzeug Richtung Singapur. Trotz meiner Panikattacken und meinem niedrigen Selbstbewusstsein machte ich mich komplett allein auf den Weg in die große, weite Welt. Anfangs hatte ich Anlaufschwierigkeiten und musste mich erst an die neue Situation gewöhnen, aber von Tag zu Tag, von Monat zu Monat blühte ich mehr auf.  Meine Kreativität erwachte wieder zum Leben, ich fing an meine Reise-Erlebnisse aufzuschreiben und mein Reiseblog Neleworld entstand.

Es war nicht nur eine Reise um die Welt, es war eine Reise zu mir selbst.

Mir wurde bewusst, was ich im Leben wollte und was ich nicht mehr wollte. Vor allem wollte ich diese Seite von mir, die ich auf Reisen wieder zum Leben erweckt hatte, nie mehr wieder verlieren.

13 Monate war ich insgesamt unterwegs, bevor es Anfang 2018 zurück nach Hause ging. Nach meiner Rückkehr ging ich zuerst in meinen alten Beruf zurück, um wieder Geld zu verdienen, arbeitete aber nach kurzer Zeit nur noch Teilzeit. Während meiner Auszeit war mir bewusst geworden, dass meine Kreativität ausleben musste, um glücklich zu werden. Ich bin ein sehr impulsiver, kreativer Mensch und ein Freigeist. Zu enge Strukturen sperren mich ein und machen mich unglücklich. Neben meinem Teilzeitjob arbeitete ich stetig an meiner Selbständigkeit und schrieb mein erstes Buch über meine Weltreise, bevor ich Mitte 2019 den großen Schritt in die Selbständigkeit wagte.

Mittlerweile arbeite ich als virtuelle Assistentin im Social Media Bereich und als Content/Creator und Blogger. Die Selbständigkeit ist nicht immer leicht, gerade in diesen Zeiten. Aber es ist das, was ich will. Im September habe ich das Coachingprogramm von Aha Retreats mitgemacht und auf dem Hüttenworkshop haben sich meine Erkenntnisse und die Zukunftsvisionen zu einem klaren Bild geformt: Ich möchte weiterhin die Freiheit meiner Selbständigkeit genießen, aber wieder mehr in den Austausch mit Menschen gehen. Aktuell arbeite ich daher an einem eigenen Coachingprogramm für Content Creator. Ich bin so froh, diese Veränderung vor 4 Jahren gewagt zu haben. Es ist das Beste, was mir passieren konnte.

– Daniela

 

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