Scanner-Persönlichkeiten – verkannte Genies in einer Welt von Spezialisten

von | 31.01.2022 | Blogs | 0 Kommentare

Bitte lass uns zusammen ein kurzes Experiment machen. Gehe in Gedanken deine Wohnung und im Geiste alle deine Projekte sowie Hobbies durch. Seien es Dinge wie Baustellen, Bastelsachen, Bücher, Instrumente, Sportequipment – schreib alles auf. Wie viel findest du?

 

  • Bist du eher der Typ Mensch, der sich nur für ein paar Sachen interessiert?
  • Oder spiegeln deine vier Wände deine vielseitigen Interessen wider?
  • Bekommst du bei einigen Dingen ein schlechtes Gewissen, weil du sie unbedingt haben wolltest und dann schnell die Lust verloren hast?

 

Falls du einige der Fragen mit „Ja“ beantwortet hast, ist die Chance hoch, dass du auch eine Scanner-Persönlichkeit bist.

 

Scanner-was? Was ist eine Scanner-Persönlichkeit?

 

Zunächst das Wichtigste: Keine Sorge, das ist keine Krankheit. Es ist eine Gabe.

 

Der amerikanischen Autorin und Trainerin Barbara Sher fiel bei ihrer Arbeit mit Menschen, die auf der Suche nach Zielen in ihrem Leben waren, Gemeinsamkeiten auf: Sie alle hatten großartige Ideen, waren unheimlich vielseitig interessiert bzw. vielbegabt und doch unglücklich – weil sie immer das Gefühl hatten zu versagen.

 

In ihrem Buch „Du musst dich nicht entscheiden, wenn du tausend Träume hast“ ging sie diesem Phänomen auf den Grund und prägte dabei den Begriff der Scanner-Persönlichkeit. Hierbei handelt es sich um Menschen, die sich nicht klassisch für ein Thema interessieren, sondern darin aufgehen, sich mit vielen verschiedenen Themen zu beschäftigen – von A wie Autos bis Z wie Zaubern – gern auch gleichzeitig.

 

Geht es dir genauso? Dann lass uns gemeinsam schauen, ob noch weitere Merkmale von Scanner-Persönlichkeiten auf dich zutreffen.

 

Mache den Test: Bist du eine Scanner-Persönlichkeit?

 

Im Folgenden stelle ich dir zehn Fragen. Je mehr du mit „Ja“ beantwortest, umso sicherer kannst du sein.

  1. Hast du so viele Ideen und Projekte, dass du ihnen gar nicht allen nachgehen kannst?
  2. Kannst du absolut nicht verstehen, wie Menschen sich langweilen/keine Hobbys haben können?
  3. Bist du handwerklich begabt oder sehr kreativ?
  4. Lernst du gern Neues und fällt dir das deutlich leichter als anderen Menschen in deinem Umfeld?
  5. Geht es dir schlecht, wenn du länger nichts Neues lernen kannst?
  6. Ist es dir wichtiger, dir einen Überblick über ein Thema zu verschaffen, als jedes kleine Detail in Erfahrung zu bringen?
  7. Langweilen dich einfache Tätigkeiten, die sich schlimmstenfalls auch immer wiederholen?
  8. Bist du am Anfang Feuer und Flamme, schaffst es aber nicht, dich lange auf ein Projekt zu konzentrieren?
  9. Hast du mehrere Ausbildungen/Weiterbildungen oder Jobs?
  10. Bekommst du von außen das Feedback, du seist flatterhaft oder unstet?

 

Wie viele Fragen in unserem Scanner-Persönlichkeit-Test hast du mit „Ja“ beantwortet? Womöglich (fast) alle? Dann solltest du unbedingt weiterlesen.

 

Scanner-Sein – Segen oder Fluch?

 

Zugegeben, diese Überschrift klingt dramatisch. Doch für Scanner, die sich ihrer Gabe nicht bewusst sind, kann sich diese Superkraft aus zwei Gründen schnell in Kryptonit verwandeln:

 

1. Unsere Gesellschaft scheint für Experten gemacht zu sein

 

Experte – kaum ein Begriff scheint die Social-Media-Landschaft von Unternehmern mehr zu prägen. „Hallo, mein Name ist XYZ und ich bin Expert/in für …“ – allein dieser Satz treibt vielen Scannern schon die Schweißperlen auf die Stirn. Obwohl ihr Wissen über die verschiedensten Gebiete so groß ist, haben Generalisten doch ständig das Gefühl neben Experten keine Chance zu haben; einfach nie genug zu wissen.

 

Doch deine Stärke liegt ganz woanders. Während andere Experte für ein Thema sind, vereinst du viele verschiedene Themen in einer Person.

 

Ein Beispiel: Stell dir vor, du möchtest dich als Coach selbstständig machen. Das Wissen ist vorhanden, doch jetzt heißt es Sichtbarkeit aufbauen: Webseite basteln, Social-Media-Kanäle aufbauen, Videos drehen usw.

 

Während viele Spezialisten in ihrem Fachgebiet super sind, beim Thema Sichtbarkeit aber technische Hilfe benötigen, hast du sehr wahrscheinlich die Fähigkeit, das benötigte Wissen in kurzer Zeit aufzusagen, umzusetzen und es bei Bedarf an andere weiterzugeben.

 

Wichtig: Das ist eine Gabe, die Spezialisten höchstwahrscheinlich an dir bewundern – weil sie zwar in ihrem Gebiet Profi sind, es ihnen aber vielleicht schwerfällt, sich für andere Themen zu begeistern. Darüber hinaus sammelst du dadurch ein immenses Wissen aus den verschiedensten Gebieten an, mit dem du dein Umfeld immer wieder überraschen kannst. Du bist durch deine Vielbegabung wie ein unerschöpfliches Quell an Wissen – nur, dass dir diese Superkraft vielleicht noch nicht bewusst ist.

 

2. Der Gedanke „Irgendetwas stimmt nicht mit mir!“

 

Mal Hand aufs Herz. Wenn du bis hier gelesen hast und innerlich nickst, können wir nun auch ganz ehrlich sein:

  • Wie viele Projekte hast du schon angefangen und nicht beendet?
  • Mehr als dir gerade einfallen?
  • Fühlst du dich deswegen schlecht?
  • Hast du das Gefühl ein/e Versager/in zu sein?

 

Auch das ist Teil unserer Konditionierung durch die Gesellschaft. In unseren Gefilden heißt es oft „Wenn du etwas anfängst, musst du es beenden“. Aber wer Bitte sagt, dass wir beispielsweise

  • ein Instrument wie ein Profi spielen können müssen?
  • ein Buch von Anfang bis Ende lesen müssen?
  • ein Projekt beenden müssen?
  • in einem Job für 40 Jahren arbeiten müssen?

 

Das ist nur unsere Erziehung; etwas von Menschen Geschaffenes. Denkst du, eine Biene hält sich an einer Blüte auf, bis sie restlos allen Nektar aufgesaugt hat? Sie nimmt sich, was sie benötigt/mitnehmen möchte und fliegt dann weiter zur nächsten Blüte.

 

Scanner funktionieren auch so. Wir nehmen uns das Wissen aus einem Thema, das uns interessiert oder wir benötigen – und wechseln dann zum Nächsten. Es gibt keinen Grund, sich bis ins letzte Detail damit zu beschäftigen – es sei denn natürlich, es ist dir wichtig.

 

Wichtig: Du bist nicht zu neugierig, zu vielseitig interessiert oder zu schnell gelangweilt. In den meisten Fällen ist nur dein Umfeld nicht in Ordnung, das dir diese Gedanken impliziert.

 

Überlebenstipps für Scanner

 

Genug der Vorrede. Natürlich möchte ich dich nicht einfach gehen lassen, ohne dir konkrete Tipps an die Hand gegeben zu haben.

 

1. Achte auf dein Umfeld

 

Wie eben erwähnt, hängen viele unserer Gedanken und Gefühle von unserem Umfeld ab. Daher ist es wichtig, dass du dir sowohl beruflich als auch privat eine Umgebung schaffst, in der du dich völlig frei entfalten kannst. Andere wollen nur ein Hobby und bis zur Rente in ihrem Job verbleiben? In Ordnung. Wenn du mehr willst, ist das ebenfalls in Ordnung! Schaffe dir Raum, deine Wissbegier und Kreativität ausleben zu können.

 

2. Lass dich nicht ausbremsen

 

Du kannst dir vermutlich schon denken, dass ich selbst Scannerin bin. Damals gab es noch keinen Begriff dafür, aber ich wusste schon immer, dass ich anders bin als andere. Nach meinem BWL- und Marketing Management-Studium habe ich passende Anstellungen in dem Bereich angenommen. Die Arbeit bereitete mir Freude und ich war so erfolgreich, dass ich sogar einen Award erhielt.

 

Doch irgendwie war das nicht genug. In meiner Freizeit eignete ich mir Wissen an zu  Themen wie

  • Digitalisierung & New Work
  • Lean Startup
  • Produktdesign Methoden wie Design Thinking & Google Design Sprint

 

Das Wissen, was ich mir dort aneignete, konnte ich aber in meinem Berufsleben nicht anwenden. Meine Kollegen und Vorgesetzten waren nett, ließen mir aber nicht den Raum, den ich brauchte, um mich zu entfalten. Ich wollte eigene Ideen einbringen, visionär arbeiten, die Welt verändern. Ich sollte aber nur das tun, für das ich eingestellt wurde.

 

Das frustrierte mich auf Dauer ungemein. Irgendwann hatte ich das Gefühl auf der Stelle zu treten und meine Zeit abzusitzen. Statt an Visionen zu arbeiten, sollte ich stupide abarbeiten, was man mir auftrug und Ideen bitte für mich behalten.

 

Kennst du das Gefühl? Dann verschwende nicht weiter deine Zeit und lass dich ausbremsen, sondern leb deine Gabe!

 

3. Gestalte dir die Welt, wie sie dir gefällt

 

Sobald du weißt, was dir nicht guttut, ist es an der Zeit aufzuräumen. Mir ist bewusst, dass das der schwerste Schritt ist – vor allem, wenn man keine anderen Scanner kennt. Daher haben Steffi und ich das „Design your Life & Job“- Coaching & Mentoring Programm ins Leben gerufen. Wir möchten dich dabei unterstützen, deine Stärken zu entdecken und endlich deinen Traumjob zu finden. Dort erarbeiten wir mit dir gemeinsam dein Warum, deine Werte und schauen uns an, wie du das ideale Arbeits-Set-up für dich einrichtest.

 

Aha Retreats Online Coaching Programm

 

Meine Erfüllung habe ich als Unternehmerin gefunden. Hier kann ich endlich all mein Wissen einbringen und umsetzen, das ich in den letzten Jahren erworben habe. Doch keine Sorge, du musst dich nicht selbstständig machen, wenn das nichts für dich ist.

Es gibt viele tolle Arbeitgeber, die nach Angestellten suchen, die eben nicht einfach nach „Schema F“ abarbeiten, sondern gern

  • Neues lernen
  • sich einbringen
  • ihre Arbeit lieben und darin aufgehen
  • über den Tellerrand blicken

 

Dafür ist allerdings wichtig, dass du genau weißt, welche Arbeitsumgebung für dich optimal ist.

 

Falls du wissen möchtest, wie andere Scanner sich beruflich verändert haben und auch du deine berufliche Erfüllung finden willst, schaue dir hier unser Video an in dem wir die Methode „Design Your Life & Job“ in der Theorie und mit einem Praxis-Beispiel erklären.

 Und wenn sich das stimmig für dich anfühlt melde dich gerne für ein kostenloses Erstgespräch um mehr zu erfahren.

 

Wir freuen uns auf dich!

 

 

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